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Holzbildhauer Samuel Kammerer in Triberg

Homepage: www.Schnitzermeister.de

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Holzbildhauermeister Samuel Kammerer

Nein, über zu wenig Arbeit kann Samuel Kammerer nicht klagen: Ab 7 Uhr in der Früh bis 20 Uhr steht er an der Werkbank oder kümmert sich um seinen Laden am Triberger Marktplatz. Lediglich kleinere Pausen unterbrechen sein Schaffen. Samuel Kammerer ist Holzbildhauer und das aus Leidenschaft. In seiner Werkstatt im abgelegenen Tannholz, einem entlegenen Seitental des Ortsteils Nußbach, duftet es erfrischend nach Harz und Holz. Der Boden ist bedenkt mit Späne, an den Wänden hängen einige seiner Arbeiten. Von der Werkbank aus genießt er einen freien Blick ins Tal und hinunter zum Feisenhof, mit über 850 Jahren ältesten Gebäude in der Gegend. Sogar das Gebälk des Dachstuhls sei noch von 1260, räumt er voller Bewunderung auf die Baukunst der Schwarzwälder Bauern ein.

Draußen fallen Schneeflocken; das Tal ist von einer mächtigen weißen Pracht bedeckt. Bilderbuchstimmung abseits aller Hektik. Gerade ist er dabei, Kuckucksuhrenschilder zu schnitzen, formt routiniert aus dem eingespannten Lindenholz Blätter und Äste. Sie sollen einmal Kuckucksuhren verzieren, für die die Region so berühmt ist. Mit dem Schnitzen der berühmten Kuckucksuhren hatte auch sein beruflicher Werdegang begonnen. Dabei war es mehr ein Zufall, dass er den Beruf des Holzbildhauers ergriff. Der aus dem Hohnen auf der Triberger Anhöhe stammende Bursche hatte nach der Schule ein Lehrstellenangebot zum Goldschmied erhalten. Aber die weite Reise nach Pforzheim ließ seinen Berufswunsch noch einmal überdenken.

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Zum selben Zeitpunkt wurde in Schonach ein junger Mann gesucht, der das Schnitzerhandwerk erlernen wollte. Samuel Kammerer griff zu, ohne zu ahnen, was ihn erwartete: Jeden Tag Kuckucksuhren zu schnitzen - drei Jahre lang.

Nach der Lehre zog er auf den Feisenhof, von dem seine Frau Doris stammte, und richtete eine kleine Werkstatt ein. "Das war eine heimelige Werkstatt mit Kachelofen und nur 1,90 Meter Höhe." 1988 machte er sich dort selbstständig, ein Jahr später bekam er den Meistertitel verliehen. Kammerer war gefragt, denn ausgerechnet in der Heimat der Kuckucksuhr waren die Schnitzer eine Rarität geworden. Er belieferte mit seinen Werken alle Triberger Geschäfte. "Jeder wollte ein Modell haben. Arbeit hatte ich immer genug." So ist es bis heute geblieben.

In der Werkstatt steht er noch immer leidenschaftlich gerne, auch wenn schon ein wenig Routine in den Alltag eingekehrt ist. Abwechslungsreich sind die Tage dennoch, erst recht seitdem er in der Triberger Innenstadt einen eigenen Holzbildhauer-Laden betreibt. "Der Laden wurde mir angeboten und hat sich im Laufe der Zeit vergrößert." Genau genommen dauerte dies nur zwei Jahre, bis das 1994 eröffnete Geschäft aus allen Nähten platzte und Samuel Kammerer in Platznöten kam.

Seine kunsthandwerkliche Qualität hat sich längst herumgesprochen. Auch wenn er noch immer Kuckucksuhren schnitzt, so hat sich die Palette stark erweitert: "Ich mache alles, eben Sachen aus dem täglichen Leben", sagt er bescheiden und wirft einen Blick auf die Tür. Dahinter ist einer der Lagerräume, die gefüllt sind mit Figuren, Masken, Weihnachtskrippen, Schwarzwalduhren und alles, was aus Lindenholz geschnitzt werden kann. Früher habe er ein neues Werk zunächst vorgezeichnet und danach eine Tonskulptur modeliert. "Das lernt man so in der Schule." Heute genügt ihm oft schon eine Fotografie, um danach ein Porträt zu schnitzen oder einen Restaurationsauftrag zu erledigen.

Gerade die Detailtreue und Sorgfalt des Nußbacher Holzbildhauers hat sich insbesondere bei kirchlichen Auftraggebern herumgesprochen. Derzeit arbeitet er an einer 1,80 Meter hohen Josefsfigur, die ein Gotteshaus im Elsass schmücken soll. Andere Auftraggeber wiederum melden sich aus Berlin oder anderen Teilen Deutschlands.

Der neueste Trend: Immer mehr Menschen möchten sich oder einem geschätzten Mitmenschen statt ein Bild lieber eine Holzfigur schenken, natürlich mit dem Konterfei des Beschenkten. Seine ersten "Gesichter" waren neben dem Abbild seines Opas auch das der Schauspielerin Ruth Drexel. Ein anderer Berühmter war Heinz Siebeneicher ("Moderator "Fröhlicher Alltag"), der sich anlässlich seines 70. Geburtstages von Samuel Kammerer geschnitzt weden wollte. Auch Hansi Vogt von der Musikgruppe "Feldberger", auch als Fernseh-Oma "Frau Wäber" berühmt geworden, hat sich bereits in der Werkstatt angemeldet. Vier Tage arbeitet Samuel Kammerer an einer 50 Zentimeter großen Figur.

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