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Rastatt im Schwarzwald

Rastatt

Tradition und Moderne, Geschichte und Zukunft treffen sich in der Barock-, Festungs- und Europastadt Rastatt. Impulse aus Baden begegnen den Besucher auf jeden Schritt. Besuchen Sie Rastatt wegen seiner außergewöhnlichen barocken Baudenkmäler? Dann lassen Sie sich doch einfach in die kurze, glanzvolle Zeit, als Rastatt Residenz des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden und seiner Frau Sibylla, zurückversetzen (1705 bis 1771). Die Barockresidenz plante der italienische Architekt Domenico Egidio Rossi innerhalb kürzester Zeit.

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Das dominierende Element einer nach dem Vorbild von Versailles geplanten Stadtanlage lässt noch heute das Selbstverständnis eines absolutistischen Herrschers spüren, der sich im Kampf gegen die Türken den Ehrennamen "Türkenlouis" erwarb.

Wenn in Rastatt an die Revolution von 1848 / 49 erinnert wird, so ist das gleichzeitig Anlass zur Freude und zum Nachdenken. Viele Besucher verbinden mit deutscher Revolutionsgeschichte Ereignisse wie das Hambacher Fest und den Aufstand gegen die Nationalversammlung in der Paulskirche. Weniger bekannt ist, dass in der Rastatter Festung die Revolution ihr Ende findet, in der engagierte Bürger die Rechte erkämpft haben, die heute Inhalt des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland sind. Preußische Truppen belagern 1849 die badische Festung und halten ein Strafgericht ab. Die im Ursprung zur Sicherung der Rheingrenze gegen die Franzosen erbaute Festungsanlage wird ab 1890 geschleift.

Vielleicht haben Sie folgendes über Rastatt gelesen: "...pulsierende Große Kreisstadt, die ihren Platz in der Reihe der Industrieansiedlungen in der Region Mittlerer Oberrhein gefunden hat..." Hinter einer solchen Beschreibung verbirgt sich allerdings eine wechselvolle Geschichte, die ihre Spuren im Stadtbild hinterlassen hat.

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Einst war Rastatt ein Fischerdorf und ein bedeutender Handelsumschlagplatz, Fürstenresidenz und Brennpunkt europäischer Machtpolitik, schließlich Festungsstadt gegen die Franzosen. Daher prägen vielfältige Aspekte das Bild und die Rolle der Stadt in der Geschichte und heute in der Technologie- und Kulturregion Mittelbadens.

Jeder Aspekt für sich stellt Teil eines kulturellen Erbes dar - reicher Schatz oder schwer wiegende Hypothek, mit dem verantwortlich und kritisch umgegangen werden muss.
20 Jahre lang - von 1707 bis 1727 - führte die Markgräfin Sibylla Augusta nach dem Tod ihres Mannes die Regentschaft in Baden. Sie tilgt mit ihrem Vermögen die Landesschulden und lässt ihrem Kunstsinn und ihrer Sammelleidenschaft freien Raum

Das schönste Beispiel dafür ist das bei Niederbühl-Förch gelegene 1710 vom böhmischen Architekten Michael Ludwig Rohrer erbaute Lustschloss Favorite. Die heiter losgelöste Architektur der Sommerfrische, die an die Schlackenwerther Heimat der Gräfin erinnert, und die bedeutende Sammlung europäischen und chinesischen Porzellans sind Ausdruck barocken Zeitgeschmacks und der Persönlichkeit dieser Frau.

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Bekannt ist die Stadt auch durch das während des Sommers stattfindenden Straßentheaterfestivals tete-à-tete. Das vielfältige Veranstaltungsprogrmam von Rastatt verlangt auch baulich einen entsprechenden funktionellen Rahmen. Das bedeutet in dem historisch gewachsenen Umfeld, dass mit der Vergangenheit behutsam neue Verbindungen eingegangen werden müssen. Das Kulturforum in der Herrenstraße, in dem in kommunalen Einrichtungen die schönen Künste gepflegt werden, präsentiert sich als moderner Zweckbau mit seiner Fassade aus der Barockzeit. Seit 1990 die Badner Halle eröffnet wurde, finden hier Veranstaltungen von internationalem Rang statt. Harmonisch in die Nachbarschaft des historischen Stadtkerns eingefügt, bietet die Halle auch beste Voraussetzungen für Seminare, Tagungen und Kongresse.

Doch auch sonst hat Rastatt viel zu bieten. Erkunden Sie doch auf dem Fahrrad Teile des Rheinauenparks und besuchen Sie dabei die Rieddörfer und den Pamina-Rheinpark. Aber zugegebenermaßen ist Rastatt wegen seiner günstigen Verkehrsanbindung an das Verkehrsnetz auch ein idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die nähere Umgebung.

Wer in Rastatt Station macht, erreicht in einer halben Stunde durch das Murgtal die Thermen im Schwarzwald, deren Heilkraft schon die Römer zu schätzen wussten, oder kann für einen Nachmittag französische Lebensart gleich hinter der Winterdorfer Rheinbrücke im Elsaß genießen Oder Sie schnuppern vormittags Großstadtluft in Karlsruhe und genießen einmal einen Abend in eleganter Atmosphäre in Baden-Baden...

Zur Stadt Rastatt gehören seit der baden-württembergischen Gemeindereform fünf Ortsteile. Während man fast ohne es zu merken vom Stadtzentrum aus nach Niederbühl und Rauental gelangt, ist der Unterschied zu den drei Rieddörfern Ottersdorf, Plittersdorf und Wintersdorf auffällig. Die Ortskerne von Ottersdorf und Wintersdorf zum Beispiel sind für die Region typische rundliche Haufendörfer: Die Fachwerkhäuser mit ihren Wetterdächern gruppieren sich um die Kirche als Dorfmittelpunkt.
Bei einem Besuch der ehemals selbstständigen Dörfer wird deutlich, dass den Bürgern ihr kommunales Eigenleben und ihr typisches Erscheinungsbild wichtig sind. Schauen Sie einfach mal vorbei und kehren Sie ein, wo Sie an alten Fachwerkhäusern die Speisekarte zu einem Viertele, Sauren Nierle oder einem Bauernvesper einlädt.

Das Naturschutzgebiet Rastattter Rheinauen ist eine der letzten Überflutungsauen in Mitteleuropa und Lebensraum zahlreicher, zum Teil vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Wer sich für den Naturkreislauf in der Aue interessiert, informiert sich am besten beim europäischen WWF Aueninstitut in Rastatt. Hier werden seit 1985 in einer "Modell-Aue" die komplexen Zusammenhänge der Auenökologie erforscht und Auenlandschaften in Frankreich, Österreich, Osteuropa und Südamerika betreut.
Mit viel "grünem Mut" setzt sich die Stadt seit langem für den Landschaftsschutz ein. Aber auch dem Umdenken zu Gunsten der Natur sind Grenzen gesetzt. Um die eigene Wettbewerbspostition als Mitglied in der Technologieregion Karlsruhe zu sichern und um neue Arbeitsplätze zu schaffen, mussten auch schon in zähen Verhandlungen "ökologisch vertretbare Lösungen" mit der Industrie entwickelt werden.

Die über 100-jährige stadtgeschichtliche Sammlung der Stadt Rastatt befindet sich seit 1973 im Vogelschen Haus, einem barocken Palais aus dem 18. Jahrhundert. Die zahlreichen, bis heute zusammengetragenen Objekte spiegeln die bewegte Geschichte der Stadt und seiner Bürge wider. Sie dokumentieren die Ambivalenz zwischen großen historischen Ereignissen wie dem Rastatter Kongress oder der Revolution 1848 / 49 und dem bürgerlichen Alltag einer badischen Grenzstadt. Prunkvolle Gemälde zeigen die einstige Bedeutung Rastatt als Residenz der Markgrafschaft Baden. Ein Modell veranschaulicht die im 19. Jahrhundert zur Bundesfestung ausgebaute Stadt, Militaria illustrieren das damalige Garnisonsleben. Auf der anderen Seite geben Möbel, Alltagsobjekte, Gemälde lokaler Künstler, Vereinsgegenstände, Zunftzeichen sowie Gewerbe- und Industrieerzeugnisse eine Vorstellung von der urbanen Entwicklung Rastatts bis in die Gegenwart.

Das Riedmuseum ist Teil des grenzüberschreitenden Pamina-Rheinparks, einer Museumsstraße mit 8 Museen, einem grenzüberschreitenden Naturschutzzentrum und zahlreichen Stationen am Wegesrand. Im Zentrum des Stadtteils Ottersdorf ist ein riedtypisches Wohnhaus mit Ölmühle, Ställen und Gartenbereich zu einem Freilichtmuseum umgestaltet. Ind er restaurierten Ölmühle können anhand der Geräte die einzelnen Arbeitsgänge der Speiseölgewinnung - reinigen, zermahlen, pressen - nachvollzogen werden. Die früheren Besitzer verdienten damit einen Teil ihres Lebensunterhaltes. Das Museum in der Scheune gibt Einblick in das vom ehemals wechselnden Rheinverlauf abhängigen Leben der Riedbewohner. Die nach den Plänen von Johann Gottfried Tulla durchgeführte Korrektion brachte zwar viele Vorteile wie die Eindämmung der Hochwässer und neues Siedlungsland, zerstörte aber auch einen Großteil des einmaligen Auengebietes.

Wie bürgernah und pragmatisch in Rastatt bereits 1854 gedacht wurde, beweist schon die ursprüngliche Nutzhung der heutigen Galerie Fruchthalle. Auf zwei Stockwerken waren ein Versammlungssaal, die Räume der Gewerbeschule und der Fruchtmarkt untergebracht. Heute beherbergt die Fruchthalle die Ausstellung "Kunst in Baden nach 1945". Die Exklusivität der Sammlung, die unter anderem Werke von Horst Antes, Rudolf Dischinger und Anselm Kiefer enthält, liegt in der Spezialisierung auf die regionale Entwicklung der Kunstszene. Das Konzept der Galerie besteht darin, die wichtigsten Strömungen und Künstler der verschiedenen Gattungen - Malerei, Zeichnung, Objektkunst, Bildhauerei und Graphik - zu repräsentieren. Teil des Bestandes der Städtischen Galerie sind die Druckgraphik-Stiftung Lütze und die Sammlung Westermann, von der regelmäßig Aspekte gezeigt werden.

Rastatt, August 1849 - im Schloss verhängt ein Standgericht 20 Todesurteile, von denen 19 vollstreckt werden. Damit endet die Revolution, die im Frühjahr 1848 ganz Deutschland ergriff und die mit dem Fall der Festung von Rastatt letztendlich scheiterte. Frauen und Männer kämpften für mehr politische Freiheit und soziale Gerechtigkeit sowie für nationale Einheit. Exponate, Modelle, Bilder, Karrikaturen und zeitgenössische Texte veranschaulichen diesen revolutionären Kampf. Biografien von Friedrich Hecker, Gustav und Amalie Struve, Georg und Emma Herwegh, stehen stellvertretend für die Männer und Frauen, die für mehr Freizeit gestritten haben. Carl Schurz konnte nach abenteuerlicher Flucht in den USA später bis zum Senator und Innenminister aufsteigen. Die "Erinnerungsstätte für die Freizeitsbewegungen in der deutschen Geschichte" zeigt von der frühen Neuzeit bis heute die Stationen freiheitlicher Entwicklungen und demokratischer Traditionen.

Das Freiheitsmuseum und das Wehrgeschichtliche Museum befinden sich in Rastatt "unter einem Dach". Das Wehrgeschichtliche Museum zeigt die deutsche Militärgeschichte vom Ende des Mittelalters bis 1918. Zweck des Museums ist die Verdeutlichung der engen Verflechtungen zwischen Militär, Staat und Gesellschaft in Frieden und Krieg seit dem ausgehenden Mittelalter. Auch Rastatts Vergangenheit ist jahrhundertelang wechsel- und vor allem leidvolle Militärgeschichte: 1689 von den Franzoschen völlig zerstört, 1714 Schauplatz des "Friede von Rastattt", der das Ende des Spanischen Erbfolgekrieges bedeutet und 1848 dann Festungsstadt und Revolutionsschauplatz. Sie sollten sich bei einem Rundgang durch beide Ausstellungen bewusst sein, wie oft der Wunsch nach Freiheit und Demokratie schon mit Waffengewalt niedergeschlagen wurde.

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