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Görwihl im Hotzenwald

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Görwihl im Hotzenwald

Der Ort Görwihl mit ihren heute rund 1500 Einwohnern wurde 1193 erstmals als "Gerswillare" erwähnt und verdankt seine zentrale Stellung in der frühen Geschichte des Hotzenwaldes den Freiherren von Tiefenstein, deren nahegelegene Stammburg 1272 von Rudolf von Habsburg, dem damaligen König, zerstört wurde. Die Freibauern des Waldes entwickelten im Mittelalter aufgrund großer Privilegien aus der Rodungszeit und aufbauend auf gemeinsamen genossenschaflichen Grundlagen eine eigene Gerichts- und Verwaltungsorganisation, deren Zentrum Görwihl wurde. Hier befand sich neben Hochsal der zweite Freihof, eine Gerichtsstätte. Die bäuerliche Selbstverwaltung führte schon früh zu einer Einungsverfassung für den ganzen Hotzenwald, der Grafschaft Hauenstein.

Görwihl war Hauptsitz der größten der acht Einungen, die jedes Jahr nach der an Georgi (24. 4.) erfolgten Einungsmeisterwahl hier ihren "Redmann" wählten, ihren Sprecher bei der Regierung. Während der Salpetererunruhen des 18. und 19. Jahrhunderts spielte der Ort eine maßgebliche Rolle. Nach über 500 jähriger Zugehörigkeit zum Hause Habsburg kam Görwihl mit dem gesamten Hotzenwald an das neu gebildete Land Baden.

Die einstige Zentralpfarrei Görwihl umfasste im 13. Jahrhundert auf dem hinteren Hotzenwald das Gebiet zwischen Alb und Wehra bis nach Todtmoos. Zur katholischen Pfarrei Görwihl zählen heute als sogenanntes Kirchspiel die Orte Görwihl, Hartschwand, Rotzingen und Tiefenstein. Die Kapelle für den evangelischen Pfarrbezirk Görwihl/Herrischried wurde 1963 hier errichtet.

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Im 19. Jahrhundert nahm Görwihl, das durch seine zahlreichen Handwerksbetriebe und Kaufläden eine führende Stellung für das Umland innehatte, einen großen wirtschaftlichen Aufschwung, vor allem in der Blüte der Baumwollweberei. Diese wurde hier, wie auch die Seidenweberei, in Heimarbeit betrieben. 1836 erhielt Görwihl das Marktrecht; bald wurde es Sitz eines Arztes, eines Tierarztes, einer Apotheke und eines Notariats. Görwihl besitzt heute eine ausgebaute Grund- und Hauptschule mit einem großen Einzugsbereich.

Schon um die Jahrhundertwende wurde Görwihl von Feriengästen "entdeckt". Seither gewann der Ort immer mehr Bedeutung für den Fremdenverkehr. 1971 erhielt Görwihl das Prädikat "Staatlich anerkannter Erholungsort".

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Das gespaltene Wappen zeigt vorn in Rot einen halben silbernen Doppeladler, der im Fang ein goldenes Zepter hält. In der hinteren Wappenhälfte steht auf goldenem Grund eine grüne Tanne, an dessen Stamm ein rotes Eichhörnchen emporklettert.

Der halbe Doppeladler soll an die ehemalige österreichische Landeshoheit erinnern, unter der Görwihl und der Hotzenwald über 500 Jahre stand. Die grüne Tanne ist das Symbol der ehemaligen Grafschaft Hauenstein, das auf den Waldreichtum des Gebietes hinweist. Während das alte Siegel der Grafschaft an einer bewurzelten Tanne zwei Eichhörnchen zeigt, führt Görwihl zum Unterschied nur eins am Stamm. Die Gemeinde hat das Wappen seit 1970. Die Farben der Gemeindefahne sind rot-weiß

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