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Murg am Hochrhein

Die Gemeinde Murg kann auf eine lange und bewegte geschichtliche Vergangenheit zurückblicken. Die ersten Spuren menschlicher Siedlung gehen bis in die Altsteinzeit zurück, als Jäger und Sammler sich im Schutze des Kalvarienberg-Felsens niederließen, um die im Rheintal durchziehenden Großtiere zu erlegen. Das heutige Murg ist als alemannische Frühsiedlung sicher schon in der Zeit der Landnahme entstanden. Auf seinem Boden sind bereits aus keltischer und römischer Zeit Siedlungsspuren feststellbar. Das Dorf entwickelte sich im frühen Mittelalter unter der Hoheit des Klosters Säckingen, in dessen Besitz Murg wohl schon bald nach der Gründung des Klosters gelangt war und deren Mittelpunkt der alte Dinghof in Murg wurde.

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1173 wurde dem Grafen von Habsburg die Vogtei über das Kloster Säckingen übertragen, damit auch die Vogtei und hohe Gerichtsbarkeit über den Ort. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes findet sich im Jahre 1260. Hier tritt ein Konrad "de Murgon" als Zeuge in einer Säckinger Urkunde auf.

Innerhalb der Habsburgisch-Österreichischen Landesgliederung gehörte Murg zur Grafschaft Hauenstein und unterstand in der politischen Verwaltung dem Waldvogteiamt in Waldshut. In der Grafschaftsverfassung bildet Murg eine der acht hauensteinischen Einungen, zu der die Orte Rhina, Diegeringen mit Diegeringer Mühle, Binzgen, Hänner, Oberhof, Niederhof, Zechenwihl, Thimoos und Harpolingen gehörten. In frühe Zeit reicht auch die Pfarrei Murg zurück. Die Kirche ist eine alte Eigenkirche des Klosters Säckingen. Urkundlich erscheint die Pfarrei in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erstmals.

Zum Murger Pfarrsprengel gehörten seit alter Zeit Oberhof, Niederhof, Helgeringen und der Stadtbezirk des kleineren (rechtsrheinischen) Laufenburg, dessen Filialkirche zum Heiligen Geist sich im Laufe des 16. Jahrhunderts als Stadtpfarrkirche verselbständigte. 1695 wurde Oberhof abgetrennt und kam zur Pfarrei Hänner, gleichzeitig wurde das bisher zu Hochsal gehörende Rhina der Pfarrei Murg angegliedert, welches schließlich 1955 wieder von Murg weg und zur Pfarrei Laufenburg kam. Das wirtschaftliche Leben der Gemeinde war in früher Zeit durch die Landwirtschaft und durch einige von der Lage des Ortes am Rhein und an der Murg bestimmte Gewerbe beherrscht.

Bevor die Kraftwerke entstanden, war in Murg die Fischerei auf dem Rhein von Bedeutung. Die Fischer waren auch zugleich Schiffer und Flößer, die sich auch mit Holzhandel beschäftigten. Von Murg führte eine Fähre über den Rhein, die einst dem Stift Säckingen gehörte, später dann bis zum ersten Weltkrieg als Privatbetrieb weitergeführt wurde. Die Murg bot Anlaß zur Ansiedlung eines ansehnlichen Gewerbes, das auf ihre Wasserkräfte angewiesen war; es sind die Mühlen, Hammerweke und Schmieden, die sich schon früh entlang des Baches niederließen.

Als Murg im Jahre 1806 badisch wurde, hatte es bereits seit 20 Jahren eine eigene Schule, die 1786 von den Steinen der abgerissenen Helgeringer-Kapelle erbaut wurde. Durch den Ausbau der damaligen Landstraße (B34) zu Beginn des 19. Jahrhunderts und die Anbindung der Gemeinde an die Bahnstrecke Basel-Konstanz wandelte sich auch die wirtschaftliche Struktur von einer landwirtschaftlichen Gemeinde zur Gewerbe-, Handels- und Industriegemeinde. Die Ansiedlung des schweizerischen Textilbetriebes Hüssy & Künzli AG im Jahre 1853 und die Umwandlung der an der Murg angesiedelten Mühlen in Sägewerke brachten für die Bevölkerung wertvolle Arbeitsplätze und waren für die Gemeinde ein wirtschaftliches Standbein.

Murg

In Gold auf dem unteren Schildrand der österreichische Bindenschild, auf dessen Oberrand eine grüne Tanne. Die Tanne weist auf die frühere Zugehörigkeit zur Grafschaft Hauenstein (Wappenbild Tanne) hin. Der österreichische Bindenschild verweist auf die bis 1805 geltende Zugehörigkeit zu Vorderösterreich.

Ortsteil Niederhof


In gespaltenem Schild vorn in Gold ein roter Abtsstab, hinten in Blau eine goldene Garbe. Der Abtsstab weist auf den Dinghof des fürstlichen Damenstifts des Klosters Säckingen hin, während die Garbe den landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde versinnbildlicht.

Murg heute

Eingebettet in das Hochrheintal bei der Mündung der Hauensteiner Murg in den Rhein liegt die Ortschaft Murg, zu der infolge der Gemeindereform seit 01. Januar 1973 die früher selbständigen Gemeinden Niederhof, Oberhof und Hänner als Ortsteile gehören. Die verkehrsmäßig günstige Lage an der Bahnlinie Basel-Konstanz und an der B34 im Hochrheintal und die Verbindung durch die L 151 nach Norden hin haben sich für die Ortschaft Murg bis heute für die Ansiedlung von Gewerbe und Ausweisung von Wohnbaugebieten als vorteilhaft gezeigt. Alle technischen Ver- und Entsorgungsanlagen sind auf dem neuesten technischen Stand bzw. werden derzeit umgerüstet und modernisiert. Zwei Grund- und Hauptschulbezirke, sechs Kindergärten mit einem ausreichenden Kindergartenplatzangebot, mehrere Allgemein- und Zahnarztpraxen, Apotheke, Drogerie, Sparkasse mit Filialen und Volksbank sind Schwerpunkte auf dem Dienstleistungssektor.

Sehr attraktiv ist auch das Angebot der sportlichen Möglichkeiten in Murg. Während der Sommermonate steht ein gasbeheiztes Freibad direkt am Rhein gelegen zur Verfügung. In Murg, Niederhof und Hänner wurden in den letzten 15 Jahren Sportplätze mit attraktiven Clubheimen gebaut, in Murg und in Niederhof stehen geräumige Sporthallen zur Verfügung; Tennis- und Faustballplätze sowie eine große Reithalle stehen für weitere sportliche Möglichkeiten zur Verfügung. Zahlreiche soziale Organisationen bemühen sich um Kinder, Jugendliche und vor allem um die ständig zunehmende Gruppe der älteren Einwohner. Wenn auch die Gemeinde keinen eigentlichen Fremdenverkehrsbetrieb unterhält, hat sie doch verschiedenen, teilweise sehr interessante Naherholungsobjekte anzubieten. Anziehungspunkt für viele Wander- und Heimatfreunde aus nah und fern bildet immer wieder die wildromantische, enge Murgtalschlucht mit der Burgruine Wieladingen.

Hotels & Ferienwohnungen in Murg / Hochrhein

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