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Wutöschingen

Wutöschingen im Wutachtal

Das heutige Wutöschingen entstand 1975 durch das Gemeindereformgesetz und bildete sich aus den Teilorten Degernau, Horheim, Ofteringen, Schwerzen und Wutöschingen. Diese aus einzelnen Siedlungsplätzen entstandenen, früher selbstständigen Gemeinden können ohne Ausnahme auf eine traditionelle Geschichte zurückblicken.

Die Gemeinde liegt am südöstlichen Rand des Schwarzwalds in 365 bis 583 Metern Höhe, nur wenige Kilometer von der Kreisstadt Waldshut-Tiengen entfernt. Im Osten grenzt Wutöschingen an den Klettgau und damit an den Schweizer Kanton Schaffhausen. Wutöschingen liegt im Tal der Wutach (Wutachtal), die in Richtung Südsüdwesten zum Rhein fließt. Aus der Vogelschau ergibt sich ein deutlicher Wechsel zwischen der Tallage mit den Ortschaften, Obstwiesen und Gewerbeflächen, einem recht steilen Anstieg und den Hochflächen mit Feldern, Einzelhöfen und Wäldern.

Wie das gesamte Hochrheingebiet und der benachbarte Klettgau gehört das untere Wutachtal auf Grund der Klimagunst zu den schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelten Räumen. Steinbeile der Steinzeit und kleinere Artefakte wurden auf dem Gemeindegebiet gefunden. Der Dolmen von Degernau an der Straße zwischen Degernau und Erzingen gibt ebenso davon Zeugnis wie der in unmittelbarer Nähe stehende Menhir von Degernau. Im Dezember 1933 wurde in der Ortsmitte eine römische Bronzetafel entdeckt, vermutlich eine Weihinschrift enthaltend für eine um 70 bis 100 n. Chr. in Vindonissa (Windisch, Kanton Argau) stationierte Legion. Von den Alemannen stammen Steinkistengräber aus der Zeit um 600 bis 700 n. Chr.

Wutöschingen wird in einem Schreiben des Klosters zu Detzeln, im Jahre 1110 als "Villa Essinun" urkundlich erwähnt. Schwerzen wird im Rotulus Sanpetrinus (Urkunden des Klosters St. Peter) mit einem Adelbertus de Swerce um 1122 genannt. Willmendingen wird in einem Kopialbuch des Klosters St. Blasien 1285 als Wilmundengen bezeichnet.
Die Ortsteile

Degernau. Degernau wurde 1358 in einer Schweizer Urkunde "Tegernouwe Wouttendal" genannt, die erste urkundliche Erwähnung stammt allerdings schon aus dem Jahre 1112. Frühgeschichtliche Funde weisen hier auf eine weit frühere Besiedlung hin. So wurde beispielweise 1954 ein Steinplattengrab aus der Zeit um 3000 v.Ch. entdeckt. Erwähnenswert ist auch die sagenumwobene Bergkirche, die bedingt durch ihre Lage durchaus als ein Wahrzeichen des Wutachtals genannt werden kann.

Horheim. Die erste Besiedelung Horheims dagegen liegt im Dunkeln der Geschichte und ist nicht genau zu datieren. Die erstmalige urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1303, wobei jedoch feststeht, dass dieser Siedlungsfleck mehrere Jahrhunderte früher gegründet wurde. Der größte Teil des Grundbesitzes gehörte einst dem Kloster Berau. Besitzer waren auch die Herren von Krenkingen, die Landgrafen Lupfen und ab 1639 die Fürsten von Fürstenberg. Horheim war bereit im 16. Jahrhundert der Sitz eines Obervogtes, dem die Herrschaft "Wuottendal" unterstellt war. Ebenso wie Degernau ist Horheim ein alter Wallfahrtsort mit der Antoniuskapelle aus dem Jahre 1687.

Ofteringen. Auch Ofteringen trat erst später in den Blickpunkt der Geschite. Erstmals 1251 wurde es zusammen mit dem Ritter Gerung von Ofteringen erwähnt. Nach dem Aussterben des Geschlechts der Ofteringer ging die Herrschaft mit dem Schloss an das Kloster Rheinau. 1861 pachtete Sabine Schneider von Sinzheim das Schloss und gründete das Kloster von der ewigen Anbetung im Wutachtal. Das heutige Kloster Marienburg ist bekannt durch seine Gärtnerei und durch seine Herstellung pharmazeutischer Artikel nach alten, überlieferten Naturrezepten.

Schwerzen. Dagegen reicht die Besiedelung von Schwerzen wieder bis in die Steinzeit zurück. Noch heute existieren die Reste einer Doppelburg aus der Hallstattzeit. Im Jahre 1122 taucht der Name Schwerzen erstmals in einer Urkunde als "Swerza" auf. Bereits 1175 wird eine Kirche urkundlich erwähnt. Die heutige Kirche, in der sich eine 1792 erbaute Stieffel-Orgel befindet, wurde 1782 erbaut. Zu Schwerzen gehört der Ortsteil Willmendingen mit dem gleichnamigen Schloß, das 1609 vom Landvogt Johann Jakob Beck erstellt wurde.

Wutöschingen. Wutöschingen wurde im Jahr 1110 erstmals in einer Urkunde erwähnt, muss jedoch nach urgeschichtlichen Funden weit älter sein. Man fand Steinbeile aus der Steinzeit, eine Bronzeplatte und alemannische Gräber mit Beigaben. Die ersten beurkundeten Grundherren waren die Herren von Krenkingen.

Zu den ältesten Gebäuden Wutöschingens zählt die aus dem Jahre 1564 stammende Trotte in der heutigen Hauptstraße. Wohl bekanntester Wutöschinger Bürgersohn ist der im Jahre 1595 in Wutöschingen geborene Pater Stanislaus Saurbeck, genannte der Apostel des Bregenzer Waldes.