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Buggingen

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Bergbausiedlung im Markgräflerland

Erstmals wird das Dorf im Urkundenbuch des Klosters Lorsch erwähnt, wo 778 von einer "Buchinger marca" berichtet wird. Um 940 kam Buggingen in den Besitz des Bischofs von Konstanz. Wie eine Reihe von Urkunden belegt, war der größte Teil des Ortes bzw. der Gemarkung in der Hand geistlicher Herrschaften. Güter hatten in Buggingen die Klöster Lorsch, St. Blasien, Tennenbach, St. Peter, St. Trudpert, Sulzburg, Kappel, Neuenburg, Adelhausen, Sitzenkirch und Sölden.

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Schon 1130 - 1471 war Buggingen Sitz eines Adelgeschlechts. Im Dreißigjährigen Krieg hatte der Ort schlimme Zerstörungen und Plünderungen über sicher ergehen zu lassen, in deren Folge die Einwohnerzahl um die Hälfte zurückging. Ähnliches gilt für die Kriegshandlungen des 18. Jahrhunderts, in denen der Ort wie die ganze Gegend aufs Schwerste zerstört wurde. Dies dürfte der Grund dafür sein, dass sich in Buggingen nur ganz selten Bausubstanz aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg erhalten hat.

Seit frühester Zeit betrieb man in Buggingen Weinbau. Auf den Weinbau weisen, wie überall in der Gegend, die typischen Winzergehöfte mit mächtigen Kellern hin.

Seit dem zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts entwickelte sich in Buggingen ein reger Bergbaubetrieb (Kaligruben), in dessen Folge der Ort einen beachtlichen Bevölkerungsanstieg verzeichnete. Der Betrieb des Kalibergwerkes wurde 1973 aber eingestellt.

Die Winzergemeinde im Markgräflerland ist umgeben von Weinbergen, Wiesen Wald und Obstanlagen. Buggingen lädt ein zum Wandern in der Vorbergzone des südlichen Schwarzwaldes. Ob Sie im Frühjahr durch ein Meer von blühenden Obstbäumen wandern oder im Sommer durch schattige Wäldchen und naturbelassene Hohlgassen, der Blick zum südlichen Schwarzwald oder den Vogesen im benachbarten Elsaß wird Sie immer wieder begeistern. Buggingen ist ideal zum Radfahren durch eine bezaubernde und abwechslungsreiche Landschaft der Rheinebene bis Basel.

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Auf dem gut beschilderten Radweg können Sie von Freiburg nach Mülhouse-Elsaß fahren oder durch kleine verträumte Winzerdörfer das Markgräflerland erkunden oder in die an der Strecke liegenden Landgasthöfe und Straußwirtschaften einkehren.

Im April 1973 wurde das seit 1927 betriebene Bergwerk Kali & Salz AG in Buggingen stillgelegt. Ein Jahr später gründeten die ehemaligen Kumpel den Bergmannsverein Buggingen e.V. 1996 hat die Gemeinde Buggingen durch finanzielle Unterstützung und Bereitstellung eines geeigneten Raumes die Einrichtung eines Ausstellungsraumes ermöglicht. Durch Schenkungen und Nachlässe von Freunden und Gönnern des Bergbaus mit Archivmaterial und Exponaten konnte im Juli des gleichen Jahres das Kalimuseum in der Hauptstraße seine Pforten öffnen. Mitglieder des Bergmannsvereins haben mit großem Engagement und mit Liebe zur Tradition Bilder und Gegenstände aus dem Betrieb des ehemaligen Kalibergwerkes zusammengetragen, die in wechselnden Ausstellungen gezeigt werden. Eine Sonderausstellung "Kali-Kumpel-Diapir" die am 09.07.1999 eröffnet wurde, fand großes Interesse bei der Bevölkerung. Außer den normalen Öffnungszeiten werden auch Führungen für Schulklassen und Gruppen nach vorheriger Vereinbarung durchgeführt.

Öffnungszeiten: Sonntags von 15 bis 17 Uhr - Informationen: Kalimuseum Buggingen, Hauptstraße 14

Bergbauchronik

  • 1904 Entdeckung einer Kalisalz-Lagerstätte bei Tiefbohrungen nach Erdöl im Oberelsaß nordwestlich von Mulhouse.
  • 1910 Der Berliner Bankier Dr. Fritz Eltzbacher erhält die Konzession zur Suche nach Salzlagerstättenauf der badischen Rheinseite
  • 02.03.1911 Erste Tiefbohrung bei Hartheim (10km nördlich von Buggingen), bei 1143m abgebrochen
  • 11.01.1912 Beginn der Tiefbohrung Buggingen 1km westlich des Bahnhofs. Sie erreicht bei 712 m ein 4 Meter mächtiges Kalisalslager
  • 1916 Konzession zur Gewinnung von Kalisalz an Dr. Eltzbacher. Die Auswirkung des Ersten Weltkrieges verhindern eine weitere Entwicklung
  • 22.04.1922 Gründung von drei Bergbau-Gesellschaften. der Gewerkschaften Baden, Markgräflerland und Zähringen auf Initiativevon Ministerialrat Dr. Erich Neumann, Karlsruhe. Das Land Baden erwirbt 434 Anteile, der Burbach-Konzern 556 Anteile
  • 07.08.1922 Baubeginn Schacht 1 (Baden) des Kalisalzbergwerks Buggingen unter der Leitung von Bergwerksdirektor Dr. ing. Theodor Albrecht. Im Juli 1925 wird das Kalilager in 786 m Tiefe erreicht.
  • 1924 Baubeginn Schacht 2(Markgräfler) 60 m südlich von Schacht 1. Im Oktober 1926 wird das Kalilager bei 779 m angefahren. 1923 - 27 Bau der Tagesanlagen (Chlorkaliumfabrik, Kraftwerk, Werkstätten, Solzial- und Verwaltungs-Gebäude, Magazin, Werksbahn, Werkswohungen usw.)
  • 1928 Aufnahme der regelmäßigen Förderung von Rohsalz und der Produktion von Kalidünger
  • 1933 Die Preussag übernimmt die Anteile der Burbach AG
  • 7.5.1934 Schweres Grubenunglück, durch Grubenbrand kommen 86 Bergleute ums Leben.
  • 1939-47 Eingeschränkte Förderung und Produktion durch Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Nach Kriegsende kommt das Werk unter französische Verwaltung.
  • 1948 Verwaltung durch Badishce Kaligesellschaft mit französischer Beteiligung.
  • 1953 Übernahme des Werkes durch die Gewerkschaft Baden.
  • 1962 Höchster Belegschaftsstand mit 1186 Beschäftigten (in der Grube ca. 700), darunter 203 Gastarbeiter aus mehreren Nationen (Buggingen hat knapp 2000 Einwohner).
  • 1961 - 64 Bau von Schacht 3 (Heitersheim) westlich Heitersheim (Endtiefe 1115m) samt der dazugehörigen Tagesanlagen und einer Werksbahn nach Buggingen. Am 7.12.1962 wird die untertägige Verbindung zu den Bugginger Schächten hergestellt.
  • 19.11.1964 Aufnahme der regelmäßigen Förderung auf Schacht 3.
  • 1965 Die Wintershall AG übernimmt die Preussag-Anteile.
  • 1966 Höchste Jahresförderung mit 744.350 t Rohsalz.
  • 1967 Wiederaufnahme der Steinsalzförderung (eingestellt 1950) und der Bromproduktion (eingestellt 1929 bzw. 1940).
  • 1970 Baden-Württemberg und Wintershall AG geben ihre Anteile an die Kali und Salz AG ab, diese ist damit alleiniger Eigentümer des Werkes.
  • 1972 Zustimmung des Aufsichtsrates der Kali und Salz AG zu Stillegung des Kalisalzbergwerkes mit stufenweiser Reduzierung der Förderung und der Belegung, Aufstellung eines Sozialplanes.
  • 13.4.73 Einstellung der Förderung (zuletzt nur noch auf Schacht 3). Auslaufen der Produktion, Stillegungsarbeiten mit Restbelegschaft. Abriß des größten Teiles der Werksanlagen, Verfüllung der Schächte. Verkauf des Werksgeländes an private Investoren.
  • 23.03.1974 Gründung des Bergmannsvereins Buggingen e.V.
  • 1990 Umbenennung des Musikvereins Buggingen in Bergmannskapelle Buggingen e.V.
  • 1996 Eröffnung des Kalimuseums in der Hauptstraße 14