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Staufen im Breisgau

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Staufen im Breisgau

Bereits im Jahre 770 wurde Staufen das erste Mal urkundlich erwähnt. Die sich markant über die Rheinebene erhebende Burg wurde wahrscheinlich im 11. Jahrhundert erbaut - zum Schutz des reichen Silberbergbaus im Münstertal, der die Haupteinnahmequelle für die Herren von Staufen bildete.

Die Freiherren von Staufen sind seit dem frühen 12. Jahrhundert als Dienstmänner der Herzöge von Zähringen nachgewiesen. Sie sind nicht verwandt mit den Staufern.

Berühmtester Einwohner Staufens war Johann Georg Faust, jener sagenumwobene Alchimist und Magier, der nicht nur durch Goethe in die Weltliteratur einging. Man nimmt an, dass der Burgherr Anton von Staufen Faust als Goldmacher anstellte - eine weitverbreitete Mode an den Adelshöfen der Renaissance.

1539 kam Faust in seinem Zimmer im Gasthaus "Löwen" auf spektakuläre Weise ums Leben, vermutlich bei einer chemischen Explosion.

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1602 erlischt das Geschlecht derer von Staufen durch den Tod des letzten Freiherren. Wenig später, im 30-jährigen Krieg, besetzen schwedische Truppen die Stadt und brennen 1632 die Burg nieder. In den folgenden Jahrhunderten ziehen immer wieder marodierende und plündernde Soldaten durch die Stadt, die Bevölkerung flieht jeweils in die umliegenden Wälder.

1848 findet noch einmal ein bedeutsames Gefecht in Staufen statt: Am 24. September stellen hier Regierungstruppen die badische Freischärler unter Gustav Struve und besiegen sie. Damit ist die zweite Etappe der deutschen Revolution 1848/49 beendet.

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Zur Stadt Staufen gehören die beiden stattlichen, an die Weinberge gebetteten Dörfer Grunern und Wettelbrunn. Mit teils geschwungener teils abgwinkelter Hauptachse liegt das langgezogene Straßendorf Grunern an der südlichen Mündung des Münstertals in die Staufener Bucht. Zu Grunern sind auch die Weiler Etzenbach und Kropbach zu zählen.

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Das locker bebaute Reihendorf Wettelbrunn erstreckt sich dagegen etwas westlich davon an der Grenze zur Markgräfler Vorbergzone, am Rande des Staufener Beckens.

Aufgrund ihrer Lage im Altsiedelland hat man für beide Dörfer eine Besiedlung seit frühester Zeit anzunehmen.

Grunern wird erstmals 1144 und 1185 als "Gruore" bzw. "Groira" genannt. Dass Grunern schon früh im Besitz der Herren von Üsenberg war, belegt die Ausstellung einer Waldurkunde "in villa gruoner" für das Benediktinerkloster St.Trudpert durch die Üsenberger. Schon damals waren die Herren von Staufen von den Üsenbergern mit dem Dorf belehnt worden.

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Durch das ganze Mittelalter hindurch gehörte Grunern zur Herrschaft Staufen und teilte deren Geschicke. 1599 betrachtete die inzwischen österreichische Landesherrschaft Grunern als Eigen, nicht als Lehen und verpfändete den Ort 1628 zusammen mit Staufen an die Schauenburger. Mit der Stadt Staufen gelangte Grunern 1738 an das Kloster St.Blasien, wo es bis zur Gründung des Großherzogtums Baden blieb. Heute ist Grunern ein beliebter Urlaubsort und ideales Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer mit zahlreichen Ferienwohnungen und Privatzimmer.

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Das Nachbardorf Wettelbrunn wird wie Grunern erstmals im 12. Jahrhundert genannte ("Wetilbrunnen", Acta Murensia, 1275 "Wetelbrunnen"). Zwei große Klosterhöfe bestimmten die Geschichte Wettelbrunns. Den Hof mit der Kirche besaß das Domstift Basel, welches ihn 1289 zu Erblehen vergab, einen anderen Hof verlieh das Kloster Tennenbach. Erst 1685 verkaufte Tennenbach seinen Besitz an die Benediktinerabtei St.Trudpert. Die Ortsherrschaft hatten wie in Grunern auch in Wettelbrunn seit dem 13. Jahrhundert die Herren von Staufen als Lehen der Grafen von Freiburg inne. Zusammen mit Staufen kam Wettelbrunn 1738 in St.Blasianischen Besitz und nach der Säkularisation an das Großherzogtum Baden.

Museen in Staufen

Historisches Stadtmuseum am Marktplatz, eingerichtet in einem der ältesten erhaltenen Häuser Staufens. Schwerpunktthemen: Mittelalterliche Stadt , Silberbergbau, Dr.Faust, Sixt von Staufen, Badische Revolution 1848. Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 15 bis 18 Uhr.

Keramikmuseum Staufen, Wettelbrunnerstr. 3 (neben der Hauptstelle der Sparkasse). Öffnungszeiten: Februar bis November von Mittwoch bis Samstag 14 bis 17 Uhr und Sonntag 11 bis 13 sowie 14 bis 17 Uhr; Telefon: 07633 - 6721. Ständige Ausstellung: Mittelpunkt des Museums bildet die original erhaltene Hafnerwerkstatt mit Tongrube, Scheibe, Glasurmühle und denkmalgeschützten Holzbrennöfen. Hier arbeiteten Josef Maier und der am Bauhaus ausgebildete Kunstkeramiker Egon Bregger.

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Einst reine Ackerbau- und Winzergemeinden, handelt es sich bei Wettelbrunn und Grunern heute auch um Wohnorte für zahlreiche Auspendler nach Staufen und in das nahe Freiburg.

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