UNTEKIRNACH Kloster Maria Tann
Das kleine Kirnachtal zwischen Villingen und Unterkirnach hat ein paar bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten zu bieten, die nur von wenigen erkundet werden. Dabei lohnt es sich. Benannt ist das Tal nach dem 12 km langen Fluss. Er entspringt in dem zu St. Georgen gehörenden Ortsteil Oberkirnach und mündet bei Villingen in die mittlere Brigach. Der Name Kirnach ist germanischen Ursprungs und setzt sich aus Kirn und dem Wort Ach zusammen. Kirn oder Kürn bedeutet Mühle, aber auch Korn und Getreide. Das Wort Ach deutet auf ein Gewässer hin.
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Mitten im Tal liegt das ehemalige Kloster Maria Tann des Ordens des Heiligen Johannes de la Salle. Es blickt auf eine nicht zu alte und dennoch wechselvolle Geschichte zurück. Das Gebäude-Ensemble wurde 1851 zwischen Unterkirnach und Villingen gebaut. Es war zunächst Tuchweberei und Spinnerei. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Gebäude in ein Kurhotel mit Waldschänke umgebaut, ganz im damals vorherrschenden Jugendstil.
Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte die Klostergründung und später die Erweiterung um eine Schule. Mit dem Verlassen der letzten Schulbrüder im Jahr 1969 war der Klosterbetrieb beendet. Anschließend wurden die Gebäude viele Jahre als Bildungseinrichtung genutzt. Seit 2014 ist das Areal Maria Tann im Besitz einer Hechinger Firma, die dort 125 Wohnungen vermietet. Ebenso ist ein öffentlich zugängiges Area parkähnlich angelegt.
Schlicht und klein ist der ebenso zugängliche Friedhof, auf dem 32 Schulbrüder ihre letzte Ruhe gefunden haben. Angelegt wurde er 1926. Die bereits fünf auf dem Bergfriedhof in Unterkirnach beigesetzten Brüder des Ordens wurden daraufhin 1927 exhumiert und auf dem Klosterfriedhof in einem Grab beerdigt.
Das Video oben zeigt eine Rundwanderung ab Unterkirnach zum ehemaligen Kloster Maria Tann und weiter zur Burgruine Kirneck. Bild antippen und genießen!
Das ehemalige Kloster Maria Tann kann bequem von Unterkirnach aus erwandert werden. Vom Rathaus in Unterkirnach geht's zunächst in Richtung Villingen, dann oberhalb der Kreuzung am Ortsende auf den Maria-Tann-Weg abzweigen. Auf einem geteerten Forstweg führt die Route entlang der Kirnach bis zur Anlage. Der Besuch lässt sich mit einer etwa 5 km langen Rundwanderung verbinden. Dazu dem Forstweg rechts der Kirnach bis zum Parkplatz an der Alten Landstraße folgen und auf der anderen Straßenseite auf einem nicht markierten Pfad bis zum Bergsporn. Von dort aus ist Maria Tann gut zu sehen.
Die Reste der einstigen Burg Kirneck ruhen auf einem 780 m hohen Felssporn über dem Kirnachtal. Sie wird auch Kirnegg, Kürneck, Kürnach oder Salvest genannt. Es sind die Überbleibsel einer Höhenburg.
Die kleine Burg wurde Ende des 12. Jahrhunderts von den Herren von Kirneck, die Zähringer Ministerialen waren, als Dynastenburg erbaut. 1185 wird ein Hugo von Kirneck genannt. Die Burg selbst taucht um 1280 in den Quellen auf. Um 1400 starb das Geschlecht der Herren von Kirneck aus und die Burg fiel 1506 an die Stadt Villingen. 1810 wurde die Anlage abgebrochen und als Steinbruch genutzt. Steine der Ruine wurden großzügig zur Ausbesserung der Stadt Villingen und später zum Straßenbau nach Unterkirnach verwendet worden sein. Unmittelbar vor diesem Abbruch soll noch ein Bergfried vorhanden gewesen sein. Am Fuß des Felsens befand sich außerdem eine Kapelle, die 1496 dem heiligen Wendelin geweiht war. Von der ehemaligen Burganlage sind noch eine 18 Meter lange und sieben Meter hohe Schildmauer sowie Mauerreste erhalten. Der heute sichtbare Toreingang an der Schildmauer wurde erst in jüngerer Zeit angebracht. 2010 wurde die Anlage renoviert, nachdem sie zuvor wegen Einsturzgefahr gesperrt war.
Oberhalb der Ruine Kirneck (Salvest) befindet sich das Wildgehege Salvest. Dort gibt es einen großen Parkplatz. Ein kurzer Spaziergang auf einem breiten Waldweg bringt die Besucher zum Damwild. Das Wildgehege ist jederzeit zugänglich und erschließt sich in einem Rundgang. Es kostet keinen Eintritt. Der Kinderspielplatz neben dem Gehege ist ideal für eine Pause oder einfach zum Entspannen. Dort gibt es ein Karussell, eine Lokomotive und ein Wikingerschiff zum Spielen.
Wer noch mehr Geschichte erleben möchte, dem empfiehlt sich ein Abstecher zum alten Kirnacher Bahnhof bei Villingen. Dort gibt es einen Römerweg, der zum Forsthaus Salvest führt. Die Reste des gepflasterten Weges sind sehr gut sichtbar. Die Wagenspuren dienten dazu, die Wagen in der Spur zu halten und sie abzubremsen. Der Römerweg hat eine Länge von rund 700 m. Mit den Römern hat er nur insofern zu tun, als dass er alten Granitstraße der Römer nachgebaut wurde. Denn der Weg ermöglichte, den sumpfigen Pfaden an der Kirnach zu entgehen.
Bei dieser Gelegenheit sei auf eine weitere Kuriosität hingewiesen. Sowohl die Burgruine Kirneck, das Wildgehege Salvest und der ehemalige Bahnhof sowie der Römerweg liegen auf Villinger Gemarkung. Lediglich das ehemalige Kloster Maria Tann ist auf Unterkirnacher Gebiet. Die Unterkirnacher Gemarkung schlängelt sich hier vom Ort über einen sehr schmalen Streifen entlang der Kirnach bis kurz nach dem Kloster. Der Klosterfriedhof ist schon auf Villinger Gebiet.
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